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Wie New Work im Architektenbüro der Zukunft aussehen könnte

Jüngst hat J.P. Morgan, ein großes amerikanisches Bankhaus, angekündigt ca. 150.000 m2 Bürofläche in New York aufzugeben. Nicht etwa, weil die Geschäfte der Bank schlecht laufen, sondern weil im Zuge der Digitalisierung und der damit einhergehenden Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeit, wie z.B. durch Home-Office, nicht mehr die Notwendigkeit besteht, teure Büroflächen in der City vorzuhalten. Gleichzeitig sieht das Unternehmen Probleme bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter und auch die Produktivität sei deutlich zurückgegangen, besonders an Montagen und Freitagen.

Andere große Banken und Versicherungen haben ähnliche Pläne. Wie werden diese Pläne der „Großen“ auf die Arbeit im Architekturbüro abfärben? Die Ausrede, Home-Office ist in der Planungsbranche unmöglich funktioniert nach den langen Lockdowns nicht mehr, denn das Gegenteil wurde ja bewiesen. Planungsbüros sollten sich langfristig darauf einstellen, dass auch ihre Mitarbeiter zukünftig gerne ein bis zwei Tage pro Woche von zuhause arbeiten würden.

Damit das einwandfrei funktioniert, benötigen Sie die richtigen Tools. Microsoft Teams alleine reicht da manchmal nicht aus. Es braucht auch Tools wie z.B. Mural oder Miro, digitale Pinnwände, an denen alle relevante Projektinfos in Form von Plänen, Notizen, Fotos, Dateien, Mindmaps etc. gesammelt werden können und worauf jedes Teammitglied jederzeit Zugriff hat. Auch ein bedienerfreundliches Chatprogramm wie z.B. Slack könnte hilfreich sein, sodass das Team auch außerhalb von E-mails miteinander kommunizieren kann.

Darüber hinaus muss auch die Arbeitsweise sich der zunehmenden Digitalisierung anpassen. Hier empfiehlt es sich z.B. einige Teilfunktionen aus der agilen SCRUM Technik einzusetzen. Besonders hilfreich finde ich das „Daily“, eine ca. 15-minütige Teambesprechung, die jeden Morgen stattfindet und in der kurz besprochen wird, wer heute an was arbeitet. Auch das Kanbanboard (analog oder digital), das alle geplanten und laufenden Tasks sichtbar macht, kann sehr hilfreich sein. Und die Beschäftigung eines SCRUM-Masters als Assistenz der Projektleitungen ist in großen Büros auf jeden Fall eine lohnende Investition.

Für die Erfassung der Bedürfnisse und Wünsche des Kunden bieten sich Workshops an, die einige meiner Kunden bereits sehr erfolgreich veranstalten. Und für das Brainstorming zur Ideenfindung bietet sich hervorragend die Methode des Design Thinking an.

Ich bin sehr gespannt, was sich in der Planungsbranche durchsetzen wird oder ob alles wieder wird wie vorher?