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Brauchen wir im Planungsbüro eigentlich noch ein Qualitätsmanagement-System?

Eine gute Frage, die sich nicht einfach pauschal beantworten lässt. In meinen Augen ist das von mehreren Faktoren abhängig, u.a. von der Größe eines Unternehmens sowie von der Komplexität der Aufträge und auch den Kunden selbst. So fordern z.B. öffentliche Auftraggeber ein größeres Maß an nachweisbaren Prozessen als vielleicht ein privater Bauherr.

 

Insgesamt sind aber die Qualitätsansprüche von Kunden gegenüber Dienstleistern enorm gestiegen und damit die Notwendigkeit, hohe Qualität durch ein umfassendes EDV-basiertes Managementsystem sicherzustellen und Abläufe zu standardisieren. Die große Herausforderung dabei ist es, bei allen Mitarbeitenden, die an der Erbringung der Dienstleistung beteiligt sind, ein Qualitätsbewusstsein zu schaf- fen, das den gesamten Planungsprozess begleitet.

Darüber hinaus ist beim öffentlichen Bauen immer auch die Berücksichtigung vieler Normen und Vorschriften von großer Bedeutung, was sich im Rahmen eines elektronischen QMS gut integrieren lässt.
So können Sie sicherstellen, dass die Planungsprozesse normkonform ablaufen und Leistungen in der vorgeschriebenen Qualität er- bracht werden. Das kann den Weg zur Zertifizierung ebnen, die gerade für Planungsbüros von großem Wert sein kann und zumindest in VGV-Verfahren einen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Doch auch jedes noch so ausgeklügelte System hat seine Tücken: Ist es logisch aufgebaut? Hat jeder Mitarbeitende Einblick und Zugang? Ist das Qualitätsmanagement „zu theoretisch“ und wird vielleicht gar nicht von den Mitarbeitenden gelebt?
Für die allgemeine Akzeptanz eines QMS ist es besonders wichtig, die Mitarbeitenden aktiv einzubinden und z.B. während der Erstellung deren Wissen abzurufen und zu integrieren. So kann das Know-how, das bisher oft an einzelne Wissensträger geknüpft war, für alle Be- teiligten zugänglich gemacht werden. Und im Laufe der Nutzung des QMS sollten sich die Mitarbeitenden eingeladen fühlen, sich an der ständigen Verbesserung, in der Wirtschaftssprache nennt man das dann KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess), zu beteiligen.
Ganz wichtig ist natürlich die einfache Bedienbarkeit des QMS und dessen „natürliche“ Integration in die täglichen Arbeitsabläufe, ohne zusätzliche Aufwände zu erzeugen. Der Markt bietet hier viele Alternativen, so dass man sich ausreichend Zeit für den Auswahlprozess nehmen sollte.